PayPal Umstellung auf TLS 1.2 und HTTP/1.1

Ab Juli 2018 stellt der Zahlungsanbieter PayPal die Unterstützung der mittlerweile veralteten TLS-Versionen 1.0 und 1.1 ein. Weiterhin setzt PayPal dann zwingend das HTTP-Protokoll ab Version 1.1 voraus, ältere Versionen wie 1.0 werden nicht mehr unterstützt.

Webshops, die PayPal als Zahlungsmethode anbieten, und dabei direkt auf eine PayPal-Schnittstelle zugreifen (z.B. Instant Payment Notification), müssen bis dahin auf die aktuelle TLS-Version 1.2 sowie HTTP/1.1 umgestellt werden. Die meisten Webshops greifen auf die PayPal-Schnittstellen mittels libcurl zu, dabei wird auf unseren Webservern standardmäßig HTTP/1.1 und TLS 1.2 genutzt. Manche Webshops nutzen jedoch nicht die Standardeinstellungen von libcurl, sondern setzen ausdrücklich eine ältere TLS Version wie 1.0. Dies wird zukünftig zu Problemen führen.

PayPal informiert betroffene Kunden aktuell per E-Mail, diese müssen bis zum Juli 2018 ein Update der Webshop-Software bzw. des PayPal Zahlungsmoduls vornehmen.

Falls Sie noch einen älteren WebShop betreiben, und keine Updates für das PayPal-Zahlungsmodul bereitstehen, müssen Sie ggf. den PHP-Quellcode anpassen. Suchen Sie dazu nach allen PHP-Dateien, in denen die Zeichenfolgen “curl_setopt” und “TLSv1” vorkommen, und kommentieren diese in einem Text-Editor mittels vorangestelltem // aus. Sie können die betroffenen Dateien mit den entsprechenden Stellen im Quellcode über folgenden SSH-Befehl ermitteln:

find . -name "*.php" -exec grep "curl_setopt(.*TLSv1" {} \; -print

Einrichtung von CAA-Records im Kundenmenü

Ab sofort lassen sich im DNS-Bereich des Kundenmenüs Einträge mit dem Typ “CAA” (Certification Authority Authorization) anlegen. Sie dienen der Überprüfung, ob eine bestimmte Zertifizierungsstelle (z.B. Comodo oder Let’s Encrypt) ein SSL-Zertifikat für die jeweilige Domain ausstellen darf. Die Prüfung wird seit September 2017 von allen Zertifizierungsstellen bei der Neuausstellung und Verlängerung von Zertifikaten durchgeführt.

Existieren für eine Domain keine CAA-Einträge, kann jede Zertifizierungsstelle ein Zertifikat für die Domain ausstellen. Wenn CAA-Einträge existieren, darf nur die angegebene Zertifizierungsstelle ein Zertifikat ausstellen. Auf diese Weise wird die missbräuchliche Ausstellung von Zertifikaten deutlich erschwert.

Mehr Informationen und Beispiele zur Nutzung von CAA-Records finden Sie unserem FAQ-Artikel: Was sind CAA-Einträge und wie funktionieren sie?

Preiserhöhung von .ph-Domains ab 01.04.2018 (aktualisiert)

Die Registrierungsstelle für .ph-Domains hat angekündigt, die Preise für .ph-Domains ab dem 01.04.2018 mehr als zu verdoppeln. Die Preiserhöhung gilt dabei nur für ausländische Registrare; inländische Registrare bezahlen weiterhin den bisherigen Preis.

Ziel der Preiserhöhung ist nach Angaben der Registrierungsstelle eine Förderung der lokalen Internet-Community in den Philippinen. Die zusätzlichen Einnahmen sollen genutzt werden, um Bildungsprojekte vor Ort zu unterstützen.

Wir kommen leider nicht umhin, die Preiserhöhung an unsere Kunden weiterzugeben. Ab dem 01.04.2018 kostet die Registrierung, Übernahme oder Verlängerung von .ph-Domains (auch .com.ph) statt bisher 45,- Euro pro Jahr (ohne Mengenrabatte) künftig 99,- Euro pro Jahr inkl. 19% Mehrwertsteuer.

Noch bis zum 30.03.2018 ist es möglich, .ph-Domains zum alten Preis vorzeitig um bis zu 9 Jahre zu verlängern. Kunden, die davon Gebrauch machen wollen, informieren uns bitte kurzfristig per E-Mail.

Update vom 15.02.2018: Die Registrierungsstelle hat die Preiserhöhung vom 01.03.2018 auf den 01.04.2018 verschoben. Wir haben diesen Artikel daher aktualisiert.

Informationen zu den Sicherheitslücken Meltdown und Spectre

Seit einigen Tagen wird in den Medien verstärkt über schwere Sicherheitslücken in häufig genutzten CPUs für PCs, Smartphones und Tablets berichtet.

Die Meltdown genannte Sicherheitslücke ermöglicht das Auslesen des gesamten Arbeitsspeichers, die Spectre genannte Sicherheitslücke ermöglicht das Auslesen des Arbeitsspeichers eines Prozesses. Beide Sicherheitslücken erfordern die Ausführung von speziellem Schadcode, Angreifer könnten so Zugriff auf vertrauliche Daten wie Passwörter oder E-Mails erhalten.

Auswirkungen auf unsere Dienste

Da ein Angreifer zur Ausnutzung dieser Sicherheitslücken eigenen Schadcode ausführen muss, lassen sich beide Sicherheitslücken theoretisch auf unseren Webservern ausnutzen, andere Dienste wie E-Mail oder MySQL sind jedoch nicht betroffen.

Meltdown

Die Meltdown-Sicherheitslücke kann auf unseren Webservern nicht ausgenutzt werden, da sie nur Intel-CPUs betrifft, die wir gegenwärtig nicht für Webserver einsetzen.

Spectre

Die Spectre-Sicherheitslücke kann zumindest in einer Variante auf unseren Webservern ausgenutzt werden (bounds check bypass, CVE-2017-5753), es können dadurch aber nur eigene Benutzerprozesse angegriffen werden, jedoch keine Systemdienste oder Prozesse von anderen Webserver-Benutzern. Die Ausnutzung dieser Sicherheitslücke durch einen Angreifer setzt voraus, dass dieser über eine anderweitige Sicherheitslücke in einer Web-Anwendung (z.B.  veraltete Installationen eines Content-Management-Systems) oder ausgespähte Zugangsdaten eigenen Code auf dem Webserver ausführen kann. In diesem Fall hat ein Angreifer jedoch ohnehin Zugriff auf sämtliche Daten eines Webserver-Benutzers, daher tritt durch Spectre keine zusätzliche Verschlimmerung ein.

Eine zumindest theoretisch möglicher Angriff betrifft Kunden, die PHP-FPM nutzen. Dort könnte unter Umständen auf den im Arbeitsspeicher hinterlegten OpCode-Cache von PHP-FPM, der von mehreren Webserver-Benutzern geteilt wird, zugegriffen werden. Ein solcher Angriff wäre jedoch – sofern überhaupt möglich – sehr komplex, da der betroffene Speicherbereich nicht direkt ausgelesen wird, sondern durch einen sogenannten Seitenkanal Rückschlüsse auf den Speicherinhalt gezogen werden. Auf einem Webserver, wo ständig viele gleichzeitige Prozesse laufen, ist dieser Angriff sehr fehleranfällig, so dass wir momentan von einem relativ geringen Risiko ausgehen.

Die Spectre-Sicherheitslücke lässt sich jedoch auch über JavaScript-Schadcode im Web-Browser ausnutzen, daher sollten Sie die von Ihnen genutzten Web-Browser aktualisieren und die aktuellen Systemupdates für Ihre Smartphones und Tablets installieren.

Update (12.1.)

Es ist momentan noch immer unklar, inwiefern Spectre eine relevantes Sicherheitsrisiko für unsere Webserver darstellt. Die bisher bekannten erfolgreichen Angriffe mittels Spectre stellen auf unseren Systemen keine Gefahr da, es könnten jedoch zukünftig neue Angriffe entwickelt werden, die dann auch unsere Webserver betreffen.

Um die Spectre-Sicherheitslücke zu schließen, sind Microcode-Updates für die CPUs sowie Kernel-Updates für das Betriebssystem erforderlich. Diese Updates sind momentan noch nicht für alle von uns genutzten CPU-Typen verfügbar, sie werden voraussichtlich gegen Ende Januar bereitstehen.